Fotografieren im manuellen Modus lernen Teil 1: Blende

Die Blende ist eine kleine Aneinanderreihung an Lamellen, die kontrolliert wie viel Licht auf den Sensor fällt. Die Blende kann man öffnen (man spricht dann von „fotografieren mit einer offenen Blende“) oder fast schließen zu einem kleinen Loch („fotografieren mit einer kleinen Blende“).
Logischerweise wenn man mit einer weit offenen Blende (f/1.4) fotografiert, fällt mehr Licht auf den Sensor als wenn man mit einer kleinen Blende fotografiert (f/22)

Die Blende wird in f angegeben. (englisch fraction = Bruchteil)

Im Grunde genommen ganz einfach erklärt: Die Blende ist ein Vorhang, je weiter ihr den Vorhang aufmacht (große Blendenöffnung) , desto schneller füllt sich euer Raum mit Licht (kurze Belichtungszeit). Lasst ihr den Vorhang nur einen Spalt offen (kleine Blendenöffnung), so braucht der Raum natürlich länger um sich mit Licht zu füllen (lange Belichtungszeit).
Auch gut vorzustellen mit einem Wasserglas. Je weiter ihr den Hahn aufdreht, desto schneller füllt sich das Glas mit dem Wasser und umgekehrt.

Wenn ihr quasi ein Foto gemacht habt, dass zu hell wurde, nehmt ihr einfach eine kleinere Blende. Ganz einfach eigentlich, oder?

Mit der Blendenöffnung kann man auch die Schärfentiefe eines Bildes bestimmen.
Viel Schärfentiefe bedeutet, wie der Name schon sagt – es ist viel scharf auf dem Bild.
Wenig Schärfentiefe bedeutet somit, dass relativ wenig scharf ist.

Hier Beispiele zur Veranschaulichung.F1punkt4F2Punkt0Fpunkt4FPunkt8F22 

Als kleine Faustregel habe ich für mich festgestellt, dass wenn ich Personen fotografiere ich immer bewusst darauf achte, dass meine Blende oder auch F-Stop genannt, mindestens immer genauso groß ist bzw auch ein bisschen größer als die Anzahl der Personen im Bild.
Wenn ich zwei Personen am Bild habe, schaue ich also, dass die Blende mindestens auf 2.0 ist. Fotografiere ich 5 Personen, stelle ich die Blende auf mindestens 5.0 usw.
Bei Landschaftsfotos möchte man ja grundsätzlich immer, dass alles scharf ist, deswegen nehmt ihr hier die höchste Blendenzahl.

Entscheidend für solche Fotos ist jedoch auch, mit welchem Objektiv ihr arbeitet.
Mit meinem Standardkit (meistens 18-55mm) war die maximale Blendenöffnung f3,5.
Ich habe dann in dem Fachgeschäft meines Vertrauens mal das Canon 50mm 1.4 ausprobiert und war total begeistert. Für den Anfang hätte aber auch das 50mm 1.8 gereicht, wenn ihr nicht soviel ausgeben wollt.
Ein Vergleichsbericht der beiden Objektive folgt demnächst.
Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich froh bin, gleich das 1.4er genommen zu haben.
Außerdem möchte ich euch hier etwas mitgeben. Solltet ihr noch keine Kamera haben und ihr wollt euch eine DSLR kaufen, so kauft sie euch ohne das Standardobjektiv das meistens dabei ist. (18-55mm). Wenn ihr irgendwann mehr Erfahrung habt, werdet ihr es gar nicht mehr nehmen. Meines ist seit 2 Jahren nun in seiner Verpackung im Kasten.
Wenn ihr stattdessen das 50mm 1.8 nehmt kommt ihr sogar auf den fast selben Preis und habt auch bestimmt mehr Freude damit.

Zusammenfassung:

  • eine kleine Blendenzahl = ein kleiner Bereich wird scharf abgebildet
  • eine große Blendenzahl = ein großer Bereich wird scharf  abgebildet

Die heutige Aufgabe ist, im Modus „Av“ (Canon) bzw. „A“ (Nikon) Zu fotografieren.
Hier stellt ihr lediglich die Größe eurer Blendenöffnung ein und den ISO-Wert (könnt ihr erstmal auch auf AUTO stellen) ein und Belichtungszeit wählt die Kamera automatisch. Probiert ein bisschen herum und lasst eurer Kreativität freien Lauf.
Eure Ergebnisse könnt ihr auf Facebook mit dem Hashtag #fotoskript_blende hochladen und wir können gemeinsam darüber diskutieren. Die Bilder müssen bitte auf öffentlich eingestellt sein, ansonsten sehe ich sie leider nicht.

Viel Spaß und zögert nicht mich bei irgendwelchen Unklarheiten oder natürlich auch Anregungen auf office@fotoskript.com zu kontaktieren.

Nächste Woche gehts mit dem ISO-Wert weiter…