Archiv für den Monat: Juni 2014

Fotografen im Portrait: Sacha Leyendecker

Ihr Lieben,

Heute habe ich wieder ein tolles Interview für Euch.
Wir dürfen den tollen Sacha Leyendecker von Lichtwerke kennen lernen.

Starten wir los:

Woher und wie alt bist du denn Sacha?

Ich bin 35 Jahre und wohne in der Nähe von Köln. Genauer gesagt bin ich in Kerpen aufgewachsen, lebe und arbeite heute im Kreis Düren.

Erzähl uns doch ein bisschen etwas über deinen fotografischen Werdegang, wie bist du zur Fotografie gekommen und wann hast du beschlossen dich selbstständig zu machen damit?

Ich bin der klassische Quereinsteiger. Weder beruflich noch privat hatte ich viel mit Fotografie zu tun. Im meinem damaligen Job fehlte mir einfach die Abwechslung und auf der Suche nach einem beruflichen Ausgleich bin ich zur Fotografie gekommen. Richtig angefangen habe ich dann mit einem einjährigen Teilzeit-Praktikum in einem Fotostudio. Gefolgt von der Ausbildung/Studium in der Fotoakademie-Köln.

Glücklicherweise begann meine Frau fast zeitgleich sich im Bereich des Make-up & Hairstylings weiterzubilden. Daher können wir heute sehr gut als Team arbeiten.

Selbständig bin ich schon mein ganzes Berufsleben. Daher war es für mich kein großer Schritt, mich auch mit der Fotografie selbständig zu machen.

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Wie würdest du deinen Style bezeichnen?

Ich finde die Fotografie viel zu spannend und vielseitig, daher versuche ich mich nicht festzulegen und immer mal wieder neues auszuprobieren.

Dennoch arbeite ich überwiegend mit natürlichem Licht. Ich fotografiere Menschen, aber versuche die Atmosphäre der Umgebung ins Bild einfließen zu lassen. Man könnte vielleicht sagen, dass man meine Fotos mit den Worten: „Ausdrucksstark, natürlich, emotional & sinnlich“ beschreiben kann.

Karin Nagl Fotografie Fotoskript Sacha Leyendecker

Mit welcher Ausrüstung fotografierst du?

Ich fotografiere mit einer Nikon D800 und verwende überwiegend Festbrennweiten. 35mm, 50mm & 85mm. Ich arbeite gerne offenblendig und schätze die gute Abbildungsqualität der Festbrennweiten.

Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen all deinen Objektiven, welches würdest du wählen?

Dürfte ich nur ein einziges Objektiv besitzen, wäre es das 50er F1.4. Das Objektiv bietet mir die größtmöglichen Einsatzmöglichkeiten und kommt meiner Art der Fotografie entgegen.

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Was ist dein liebstes Accessoires bei der Fotografie abgesehen von deiner Kamera?

Wenn ich nicht mit natürlichem Licht arbeite, setze ich gerne den Aufsteckblitz ein um einen trashigen Look in meinen Bildern zu erzeugen. Hierzu habe ich mir vor kurzem eine Blitzschiene von Custom Brackets gekauft, die es mir ermöglicht, den Blitz immer in eine hochfrontale Position zu drehen, egal ob ich im Hoch- oder Querformat arbeite. Das Teil ist nicht günstig, aber sehr gut verarbeitet und das Arbeiten damit funktioniert hervorragend.

Was war wohl deine beste Marketingstrategie in deinem Unternehmen?

Marketing betreibe ich fast ausschließlich auf Facebook. Ich mag die gezielten Werbemöglichkeiten die diese Plattform bietet. Weiterhin bin ich der Meinung das dieses Netzwerk wie für Fotografen gemacht ist. Ich kenne keine Berufsgruppe, die besser von Facebook profitieren kann als Fotografen.

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Wo finden wir dich, wenn du nicht gerade arbeitest?

Das ist im Moment sehr selten. Das bisschen Freizeit verbringe ich mit meiner Frau und meinen Hunden. Wir beide lieben gute Filme & Serien und gutes Essen.

Erzähl uns doch bitte etwas über deinen Workflow, angefangen bei der Planung eines Shootings bis zur Veröffentlichung.

Steht ein Shootingtermin und eine Idee mit einem Model fest, folgt der schwierigste Part: Die Locationsuche. Gott sei Dank gelingt es mir oft tolle Models für meine Bildideen zu finden und auch die Tatsache dass ich meine Frau oftmals fix für Make-up und Hairstyling einplanen kann, erleichtert das Arbeiten. Aber die Suche nach einer geeigneten Location bereitet mir oft Kopfzerbrechen.

Beim Shooting selbst nutze ich die Zeit während des Stylings um die Location auf mich wirken zu lassen. Hierbei überlege ich mir Bildideen die ich später umsetzen werde. Meine Shootings würde ich als dynamisch bezeichnen. Ich versuche nicht krampfhaft ein Bild umzusetzen sondern lasse das Shooting seinen Lauf nehmen. Spontane Ideen sorgen dabei oft für die besten Bilder.

Ist alles im Kasten folgt die Editierung und Bildbearbeitung mittels Lightroom & Photoshop. Ein recht zeitaufwendiges Unterfangen, speziell bei der Bildbearbeitung bin ich sehr genau und retuschiere auch kleinste Details.

Veröffentliche ich in einem Magazin oder ähnlichem bleibt die ganze Serie zunächst unter Verschluss. Ist es ein freies Projekt gehen fertige Bilder meist direkt online.

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Woher holst du dir deine Inspiration?

Meine Lieblingsfotografen sind Ellen von Unwert und David LaChapelle. Sie helfen mir mich von Zeit zu Zeit von dem zu lösen was ich täglich mache und Neues auszuprobieren.

Darüber hinaus mag ich die Plattform 500px.com, auf der ich auch selbst veröffentliche. Hier findet man sehr gute Fotografen aus aller Welt und allen Bereichen, die sehr inspirierend sein können.

Was war das Highlight deiner Karriere bisher?

Meine fotografische Karriere ist noch so jung, ich glaube da kann man noch nicht von Highlights sprechen. Mein spannendstes Projekt war sicherlich die Erstellung des Kalenders von Bernadette Kaspar 2014.

Ich hatte ein tolles Team und Model, Bernadette organisierte eine großartige Location und wir hatten über 3 Tage hinweg eine Menge Spaß.

Es war zum damaligen Zeitpunkt eine große Herausforderung und ich denke, durch das Projekt habe ich mich weiterentwickelt und einen großen Sprung nach vorne gemacht.

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Wo siehst du dich selbst in 10 Jahren?

Ach herrje. 10 Jahre. Das kann ich wirklich nicht sagen. Mein Leben verändert sich viel zu schnell als dass ich versuchen würde über einen so langen Zeitraum zu planen.

Ich habe jedoch schon lange den Traum auszuwandern. Es wäre schön, wenn mir die Fotografie dabei helfen wird, diesen Traum zu erfüllen.

Was war das Schwerste bisher in deiner Karriere und was ist unter anderem das Schwerste an dem Beruf Fotograf?

Ehrlich gesagt, fällt mir dazu nix ein. Verglichen mit anderen Berufen die ich bis jetzt ausgeübt habe, ist das Arbeiten als Fotograf recht einfach. Ich verstehe Fotografen nicht, dich sich darüber auslassen, wie schwer der Job als Fotograf ist und dass die Branche den Bach runter geht. Diese Meinung kann ich absolut nicht nachvollziehen.

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Wärst du kein Fotograf, welchen Beruf würdest du stattdessen ausüben?

Könnte ich frei wählen, wäre ich vermutlich in einem anderen kreativen Beruf tätig. Evtl. Kommunikationsdesigner. Schön wäre sicherlich auch ein Beruf im Touristiksegment.

Die letzte Frage: Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre der?

Dann wäre ich gerne wieder 20. So könnte ich viel früher mit dem Fotografieren anfangen 😉

Danke für deine Zeit Sacha ☺

Sacha findet ihr hier:

Homepage: www.foto-lichtwerke.de
Facebook: https://www.facebook.com/Sacha.Leyendecker?fref=ts
500px.com: http://500px.com/Sacha-Leyendecker

 

Karin Nagl Fotografie Fotoskript

Tierfotografie – Wie geht was?

Heute gibt es etwas ganz Tolles für Euch und zwar hat der liebe Josef von Joes-Foto einen Gastartikel geschrieben zum Thema „Tierfotografie“

Auf los geht’s los:

„Ich möchte versuchen einen kleinen Exkurs in die Tierfotografie zu machen. Dieser soll dem Anfänger einige Tipps geben.

Für den Fortgeschrittenen ist sicher das eine oder andere ein „alter Hut“.

Erst einmal muss man sich die verschiedenen Bereiche der Tierfotografie vor Augen halten. Es geht von der Makro Fotografie bis zum Fotografieren sich schnell bewegenden  Tieren.

Viele interessante Motive aus dem Tierbereich findet man bei uns vor der Türe, im Zoo, im Wildgehege oder einfach auf der Straße.Wer mag kann natürlich auch in ferne Länder reisen um exotische Tiere ab zu lichten.Und vor allen Dingen muss man immer die Augen offen halten und viel Geduld haben.

Karin Nagl Fotografie Fotoskript Tierfotografie wie geht das

Was benötige ich denn nun?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.  Je nach Vorliebe, ist für die unterschiedlichen Motive eine sehr unterschiedliche Ausrüstung von Nöten.

Fangen wir mal bei der Makrofotografie an. Grundvoraussetzung ist ein stabiles, das meine ich auch so, Stativ. Als Optik kann man eine möglichst lange (ab 300mm) Brennweite oder besser ein spezielles Makroobjektiv einsetzten. Wer die Investitionen erst einmal scheut, kann auch mit einer achromatischen Nahlinse oder Zwischenringen experimentieren. Je nach vorhandenem Licht, kann auch ein entfesselter Blitz gute Dienste leisten. Da es draußen nicht immer windstill ist, sollte man daran denken zur Fixierung von Pflanzen, entsprechendeMaterialien dabei zu haben. Und nochmals, man benötigt jede Menge Geduld.

Bei größeren Tieren benötigt man wiederum ein Teleobjektiv. Hier bieten sich Optiken ab ca. 200 mm an. Richtig Spaß macht es sicherlich ab 300mm Brennweite. Aber auch hier sind die Motive ausschlaggebend. Ich fotografiere Outdoor z.B. Hundeturniereüberwiegend mit 200 mm Brennweite und einer Anfangsöffnung von f:2,8. Hiermit hat man, leicht abgeblendet, ausreichend kurze Belichtungszeiten bei sich schnell bewegenden Motiven.

Brennweiten über 300 mm mit hohen Lichtstärken gehen direkt ins Geld, sind aber bei größeren Abständen zum Motiv oftmals unvermeidbar.

Telekonverter sind nur eingeschränkt verwendbar, da neben dem Lichtverlust auch ein Qualitätsverlust sichtbar ist. Wenn man sich das Gewicht längerer Optiken vor Augen hält, sieht man auch hier den Bedarf nach einem entsprechenden Stativ. Moderne Optiken mit Verwacklungsschutz lassen jedoch bis zu einem gewissen Grad auch Aufnahmen aus der Hand zu.

Was macht ein gutes Tierfoto aus?

Es soll ja ein ausdrucksvolles Foto werden und nicht nur ein Schnappschuss. Eigentlich klar, aber nicht ganz einfach um zu setzen. Versuchen wir es einmal.

Der Focus sollte bei Tierfotos möglichst immer auf den Augen liegen. Augen sind, wenn sie eventuell noch Lichtreflexe zeigen, ein ausdrucksstarkes Gestaltungsmittel. Gleichzeitig sollte man, im Rahmen der Möglichkeiten des vorhandenen Lichts, die Blende so wählen, dass eine ausreichende Tiefenschärfe vorhanden ist.

Hiermit kann man wunderbar den Hintergrund unscharf erscheinen lassen und das Hauptmotiv herausarbeiten.

Die Körperhaltung des Tieres ist ein weiterer Faktor für ein gutes Foto. Hier sollte man darauf achten das die Kopfhaltung nicht hängend oder aggressiv erscheint. Auch sind Hilfsmittel, wie Baumstämme oder Steine immer für eine gute Positionierung zu gebrauchen.

Ganz wichtig ist die Perspektive. Niemals von oben fotografieren. Gehen sie in die Hocke oder, bei kleinen Tieren, legen sie sich auf den Boden. Vorbeikommende Menschen werden es vielleicht kopfschüttelnd betrachten, aber es führt sie zu einen besseren Foto. Auch kann man bei Haustieren ihre Lieblingsspielzeuge oder Kuscheltiere etc. nutzen.

Wenn man sich im Vorfeld der Aufnahme ein wenig mit dem Verhalten des Tieres beschäftigt, kennt man bereits einige Verhaltensweisen und kann sich fotografisch darauf einstellen.DSC_4872

Wenn man dies alles berücksichtigt, kommt man dennoch nicht an den allgemeinen Regeln zum Bildaufbau vorbei.

Hier gelten
– die Drittel Regel
– der Goldene Schnitt und
– das Einbeziehen von Führungslinien.
Auch die Variation zwischen den Formaten (Hoch- und Querformat) sollte man keinesfalls außer Acht lassen.

Wie immer muss man sich einige Gedanken machen, bevor man auf den Auslöser drückt. Wie will man das Tier ablichten?

Soll es ein Porträt sein, eine Ganzkörperaufnahme, ein Ausschnitt oder eine Aufnahme in Bewegung.

Gehen wir mal in der obigen Reihenfolge vor.

Porträt

Bei einem Porträt sollten Kopf und Oberkörper das Bild bestimmen. Legen sie den Fokus auf die Augen des Tieres. Der Betrachter sollte den Eindruck haben, dass er vom Tier angeschaut wird.

Karin Nagl Fotografie Fotoskript Tierfotografie wie geht das

Ganzkörperaufnahme 

Die Ganzkörperaufnahme ist die klassische Form der Tierfotografie. Ganz wichtig ist, dass das Tier ganz auf dem Foto ist. Besonderes Augenmerk sollte auf Ohren, Schwanz und Pfoten liegen.

Fehlen diese wichtigen Körperteile, fehlt dem Betrachter immer etwas vom Tier. Wenn auch unbewusst. Sollten bei Außenaufnahmen obige Körperteile einmal verdeckt sein ist es nicht ganz so entscheidend, solange die Augen des Tieres  gut sichtbar sind.

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Sollte aus technischen Gründen oder weil störende Elemente im Bild sind, eine Ganzkörperaufnahme nicht möglich sein, kommt ein Ausschnitt in Frage. Da sie hier wesentlich Körperteile weglassen, achten sie unbedingt auf den Bildaufbau. Weniger ist oft mehr. Es ist besser z.B. eine Pfote ganz weg zu lassen als abgeschnittene Zehen zu haben. Der Betrachter sollte nie den Eindruck haben, das Körperteile „amputiert“ sind. Wichtig bei Ausschnitten ist auch die Einhaltung der Drittelregel beim Bildaufbau.

Aufnahme in Bewegung 

Bei Aufnahmen in Bewegung unterscheidet man, ob das Tier direkt auf einen zukommt, oder im Winkel vorbei läuft.

Bei frontal auf den Fotografen zukommende Tiere kann man entweder auf einen Fixpunkt scharfstellen und auslösen, wenn das Tier in diesem Punkt ist, oder aber man hat einen ausreichend schnellen Autofokus, welcher die Schärfe nachführt.

Läuft das Tier im Winkel zum Fotografen, ist ein Nachführen der Kamera unumgänglich. Der Autofokus ist in der Regel schnell genug und nicht so kritisch zu sehen.

Immer jedoch sollte man eine Belichtungszeit von min 1/1000 sek. nicht  unterschreien, da sonst das Motiv sehr leicht unscharf erscheint. Wie man schnell bemerkt, benötigt man entsprechend viel Licht, bzw. Optiken mit hoher Anfangslichtstärke. Dieses Manko kann man heute, bei modernen Kameras mit der Erhöhung der ASA-Einstellung auf 400-800 ASA verbessern. Lieber ein wenig Rauschen im Foto, als Bewegungsunschärfe.

Vorteilhaft, wenn die Kamera Serienbilder schießen kann.  4-6 Bilder/sek. sollten es schon sein, je mehr um so besser. Nutzen Sie die Funktion und sie werden sich wundern, welche tollen Ergebnisse sie erreichen. Viele gute Tierfotos wurden so gemacht.

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Alles in Allem ist die Tierfotografie auch körperlich recht anspruchsvoll. Die Teleobjektive wollen getragen werden und es ist auf die Dauer doch recht anstrengend und ermüdend. Deshalb sollte man, gerade wenn man auf eine gute Gelegenheit für ein Foto wartet, ein Stativ zur Hilfe nehmen. Als sehr angenehm hat sich für mich die Verwendung eines Einbeinstativ herausgestellt.

Wichtig ist ein guter, leicht am besten mit einer Hand zu bedienender Stativkopf mit sogenannter Friktion. Hier gibt es diverses von den bekannten Herstellern (Novoflex, Gitzo etc.)

Ebenso wichtig ist die Schnellwechselplatte, mit der Kamera und Optik auf dem Stativkopf befestigt werden. Sie sollte ausreichend stabil und schnell zu lösen sein.

 All das Genannte funktioniert nur mit etwas nicht käuflichem was da heißt Geduld, Geduld, Geduld.

Ich wünsche ihnen viel Erfolg und allzeit „gut Licht“.

 

Sollten sie weitere Fragen haben schreiben sie mir an info@joes-foto.de “

Vielen lieben Dank Josef für die ausführlichen Erklärungen!! 🙂

Josef Schmitz findet ihr hier:

Homepage: http://www.joes-foto.de/
Facebook: Joes-Foto