Archiv für den Monat: Februar 2014

Wie höre ich endlich damit auf, mich mit anderen zu vergleichen?

Okay, jetzt mal ganz ehrlich. Wie oft sitzt man vorm PC, schaut sich die Facebook Seite oder Homepage eines Fotografen in derselben Stadt/Bundesland etc. an und denkt sich dabei, „warum hat der soviele Likes oder warum bekommt der soviele Aufträge und ich nicht? Ich bin doch tausend Mal besser“.

Enden tut es bei mir meist (bleibt aber unter uns, ja), mit einer Ben & Jerrys Eiscreme Dose am Bett apathisch vor dem Fernseher, wo ich mich dann bemitleide und mir denke, warum mache ich eigentlich nicht etwas anderes.
Am nächsten Tag – wenn die Welt dann wieder besser aussieht – erlegt man sich selbst ein Verbot auf, nie wieder.. wirklich nie wieder sich mit anderen zu vergleichen. Aber naja.. wir alle wissen ja, dass dies bestimmt irgendwann wieder einmal passiert.

Es ist immer leichter sich auf seine Schwächen zu konzentrieren, während man sich mit anderen vergleicht und darauf fixiert, was die Mitbewerber machen anstatt sich auf sich selbst und eine Stärken zu konzentrieren und dies dann umzusetzen.

Anstatt die anderen zu stalken und sich auf einen selbst zu konzentrieren, sollte man doch eigentlich mal einen Blick auf das große Ganze werfen, nämlich die ganze Industrie.
Was könnte man daran verbessern und den Kunden anbieten – und dann genau das machen! Wie kann ich mit meinem Talent in der Branche herausstechen, was kann ich besser? Was möchte ich, dass meine Kunden an mir lieben und mich deswegen buchen und weiterempfehlen?

Solche Fragen sollte man sich anstatt den obigen stellen und an einem Konzept arbeiten, dass man eisern verfolgt.

Aufhören sich mit anderen zu vergleichen! Das macht einen selbst nämlich nicht besser und es hilft der Branche, ja der ganzen Industrie nicht, sich weiterzuentwickeln.

ALSO: Raus aus dem Bett, hoch von der Couch und macht etwas fabelhaftes aus dem Tag!!

Was zu tun ist, bevor ihr den Leuten sagt, dass ihr nun selbstständig seid.

Der allerwichtigste Schritt für mich persönlich ist, seine Kamera in – und auswendig zu können. Zu wissen, man kann seinen Kunden einen Service bieten, den sie wirklich wirklich wollen.
Es reicht nicht eine Kamera zu besitzen mit einem Standardkit und im Automatikmodus zu fotografieren, alle Bilder in Gimp bearbeitet auf CD zu brennen und sie dem Kunden um 50 Euro all in zu geben.
Das macht ihr vielleicht einmal, jedoch bucht euch dieser Kunde kein zweites Mal.
Einen professionellen Service könnt ihr dann bieten, wenn sich der Kunde eure Bilder ansieht und sagt, so möchte ich es und ihr könnt das Ganze auch so wieder reproduzieren.
Seid ihr nur ein „Glücksshooter“, ist das nicht möglich.
Deswegen auf Fotoskript immer brav mitlernen 😉

Zweiter Schritt: ein Gewerbe oder auch Kleingewerbe anmelden. Einfach auf die WKO/FA gehen und der Rest wird euch dort erklärt.

Dritter Schritt: Eine Onlinepräsenz und ein Onlineportfolio anlegen mittels eines Blogs, einer Homepage, Tumblr oder was auch immer.

Nun, wenn ihr diese Schritte erledigt habt und euch dessen auch ganz sicher seid, könnt ihr den Leuten sagen, dass ihr ein Unternehmen gegründet habt, nun selbstständig seid und bereit Geschäfte zu machen.

Was brauche ich und was möchte ich in bzw. für mein Unternehmen

Dieses  Thema löst immer wieder eine große Diskussion aus, denn hier scheiden sich die Geister.
Die einen sagen, man braucht eine High-End Kamera, mit L-Objektiven und dann natürlich noch eine zweite Back-up Kamera, die mehr kostet wie das erste Auto von manch einem,  natürlich viele andere Features und Zubehör, dass man kaufen kann.
Dann gibt es natürlich die Sorte die sagt, es reicht eine Mittelformat DSLR, eine extrovertierte Persönlichkeit und eine positive Attitüde und Einstellung. Nach kaufen kann man immer noch, nachdem man reingewachsen ist in das Ganze und sollte es doch nicht das Richtige für einen sein und man gibt auf, hat man nichts verloren.

Tja und dann gibt es meine Meinung: Ich denke, dass die Antwort zwischen den beiden extremen Einstellungen liegt.

Fakt ist: Du wirst Geld brauchen, wenn du dein Unternehmen gründest und davon leben willst!

Es gibt dafür keine exakte Zahl, aber es wird ein bisschen etwas sein.
Den besten Tipp, den ich euch hierzu geben kann ist euch ein eigenes Konto anzulegen oder von mir aus auch einen Paypal Account wo ihr sagt, der ist nur für das Unternehmen und auch für die dazugehörigen Ausgaben und nur DU alleine hast Zugriff darauf. Nach einiger Zeit siehst du dann wieviel überbleibt, nach dem Bezahlen der Fixkosten und kannst dir von diesem Geld neues Equipment kaufen.

Wieviel Geld du jetzt in dein Unternehmen steckst, kommt darauf an wieviel du dir leisten kannst. Ich kenne Fotografen die mit einer 500D angefangen haben und mit einem simplen 50mm 1.8. Die auf einem alten Laptop Bilder bearbeiteten und für 20 Bilder 2 Stunden gebraucht haben. Oft hat man keine andere Wahl und man verdient trotzdem damit Geld. Man sollte seinen Gewinn nicht ausgeben für Sachen, die man sich selbst machen kann. Seid ehrlich, wieviel Geld gibt man ständig für Presets oder Aktionen aus, obwohl man sie leicht selbst machen könnte. Ihr wisst nicht wie? Google, Youtube – deine Freunde und Helfer. Und alles kostenlos. Ich hatte zu Anfang einen sehr simplen Style und war ein großer Fan von Schwarz/Weiß, der mir zwar gefiel, mich jedoch nicht umhaute. Die Personen, die sich von mir fotografieren lassen naben, gefiel dieser Style jedoch – also war ja alles bestens.

Ihr braucht also keinen Mac, keine Mark III, keine L-Objektive, kein Großraumstudio oder ein Logo, dass ihr euch teuer designen lassen habt. (Ich habe jetzt schon das dritte Logo, und wer weiß ob ich es nächstes Jahr noch habe – die Meinung ändert sich ständig).

Was ihr wirklich braucht ist ein verlässliches Equipment und das Geld, dass ihr braucht um eure monatlichen Fixkosten, die ein Unternehmen mit sich bringt zu bezahlen und einen Weg, wie ihr Leute auf euch aufmerksam macht – sprich MARKETING bzw. eine Marketing Strategie.

Also zusammengefasst braucht ihr:

  • eine verlässliche Kamera und ein lichtstarkes Objektiv
    Leute die sich mit einem 18-55 Objektiv selbstständig machen, im Automatikmodus    fotografieren und Colour Key bei Ihren Bildern machen, werden sich nicht lange halten
  • Versicherung (sprecht darüber am besten mit eurem Versicherungsvertreter)
  • Photoshop oder Lightroom
  • eine Website oder Blog (heißer Tipp von mir: Webdesign Schobesberger)
  • Buchhaltersoftware
  • Einen Businessplan
  • Budget für Marketing (Visitenkarten zählen ebenfalls dazu)

Also: Macht das Beste aus euren Nicht – L Objektiven und eurer Nicht-Vollformat-Kamera und steckt das Geld lieber in Marketing und Werbung, die euch die nächsten Kunden bringen und liefert ihnen einen Service, für den sie bereit sind gutes Geld zu bezahlen!!

UND JETZT COMPUTER AUS UND GEHT FOTOGRAFIEREN 😉

Was bedeuten die Zahlen bei meiner Kamera?

Ihr habt euch nun eine tolle DSLR gekauft und nun möchtet ihr noch in Objektive investieren oder ihr habt vor euch eine Digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen:
Die erste Anlaufstelle wird wahrscheinlich Amazon sein – ist bei mir nicht anders. Doch was bedeuten denn diese ganzen Ziffern und welches Objektiv ist nun für mich das Beste oder doch nicht allzu teuer.
Fragen über Fragen, auch ich hatte dieses Problem und hab mir damals alles einzeln ergoogelt (Neologismus lässt grüßen :D) und rausgesucht.
Damit euch diese Sucherei erspart bleibt, hier eine kleine Übersicht über die wichtigsten Daten.

CANON

EF:  steht für Elektro Focus und dieses Bajonett kommt nur bei Kameras mit einem Autofokus vor bzw bei Autofokus-Objektiven.

EF-S: Diese Form ist etwas später entstanden, nämlich mit der Entwicklung der digitalen Spiegelreflexkameras mit einem APS-C Bildformat.
Was bedeutet das nun?

APS-C heißt ganz einfach Advanced Photo System Classic und steht für die drei Aufnahmeformate des Advanced Photo Systems, das von Kodak als Standard festgelegt wurde für fotografische Filme.

IS: Image Stabilisation, zu Deutsch Bildstabilisator. Macht die digitale Fotografie um einiges einfacher als früher, sprich die Bilder können nicht mehr so leicht verwackeln. Wichtig vorallem bei Zoomobjektiven. Fotografiert ihr mit welchen ohne Bildstabilsator, ist oft vieles unscharf und verwackelt. Es ist nicht leicht weit zu zoomen und eine ruhige Hand dabei zu haben. Was haben wir gelernt: Wann ist es am schwierigsten und wichtigsten die Hand ruhig zu halten? Wenn wir mit einer langen Belichtungszeit arbeiten. Mit IS gestaltet sich das Ganze etwas einfacher
Tipp von mir: Nur Objektive mit IS kaufen, erspart euch, vorallem am Anfang viel Frustration

USM: Ultraschallmotor

NIKON

AF-S und AF-D
AF-S Objektive haben einen Fokussiermotor im Objektiv; AF-D haben dies nicht und die Kamera muss dies übernehmen.

SWM – Silent Wave Motor: so heißt bei Nikon der USM

VR ist der Bildstabilisator bei Nikon (vibration reduce). Die Erklärung bitte oben bei Canon nachlesen.

Zahlen auf den Objektiven

Vorne steht immer die Brennweite bzw. bei Zoomobjektiven auch die kleinste und größte Brennweite, dahinter steht zb bei dem 50mm Objektiv die größtmögliche Blende.
(affiliate Link) 
Findet ihr also auf Amazon zb das 50mm 1.4 bedeutet das, dass ihr mit 50mm Brennweite fotografiert und die größtmögliche Blende ist 1.4. (Erklärung zur Blende findet ihr hier)

Für weitere Fragen oder Ergänzungen, Wünsche sowie Beschwerden einfach einen Kommentar hinterlassen oder eine Mail an: office@fotoskript.com

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Fotografieren im manuellen Modus lernen Teil 3: Belichtungszeit

Von der Blende und dem ISO Wert geht es direkt zur Verschluss- bzw. Belichtungszeit.
Dies ist die Zeit in der euer Verschluss offen ist. Angegeben wird sie in 1/(Zahl) Sekunde, dass heißt so lange wird belichtet.

Je länger Licht auf den Sensor fallen kann, desto heller wird natürlich das Bild. Dunkler wird das Ganze, wenn man eine sehr kurze Belichtungszeit wählt und somit nicht lange Licht auf den Sensor fallen kann. Im ersten Teil haben wir ja gelernt, dass wenn wir mit einer offenen Blende fotografieren (f/1,4 zum Beispiel), viel Licht auf den Sensor fällt. Da wir nun bereits viel Licht haben am Sensor, brauchen wir nicht mehr so lange belichten. Würden wir das machen, würde das Bild zu hell werden. Es reicht also eine kurze Belichtungszeit.

Wenn Menschen fotografiert werden, vorallem Kleinkinder – die ja bekannt dafür sind, dass sie nicht ruhig sitzen – werdet nicht langsamer als 1/125. Das wird euch helfen kein unscharfes bzw. verwackeltes Bild zu haben. Manchmal reicht sogar 1/125 nicht aus um zum Beispiel die Bewegung der Hände beim Gehen einzufangen, aber es ist eine gute Faustregel mit 1/125.
Arbeitet ihr mit einer Belichungszeit von 1/40 in diesem Fall, könnte das die Schärfe des Bildes sehr beeinträchtigen, da man so sehr man sich auch bemüht, die Kamera ein bisschen bewegt.

Dies wäre jetzt eine kurze Erklärung gewesen. Mein Tipp ist und bleibt aber, die erste Zeit oder je nach Bedarf auch länger, im „Aperture Priority Modus zu fotografieren. Bei Nikon und den meisten anderen Marken ist dass das „A“ auf der Kamera. Canon bezeichnet es auf dem Menü mit „Av“.
Viele Hobbyfotografen, aber auch ein paar Berufsfotografen, die ich kenne arbeiten mit diesem Modus.
Ihr stellt hier die Blende und den ISO Wert selbst ein und die Belichtungszeit wählt die Kamera selbst aus.
In dieser Zeit seht ihr dann nachher beim Bearbeiten und Besichtigen der Bilder, welche Belichtungszeit die Kamera wählt und es entwickelt sich langsam von selbst ein Gefühl, mit welcher Zeit man wann arbeitet.

Zusammenfassung:

lange Belichtungszeit: bedeutet viel Licht, aber das zu fotografierende Objekt wird möglicherweise unscharf
kurze Belichtungszeit: bedeutet weniger Licht, aber dadurch mehr Chancen auf ein unverwackeltes Motiv.

Wie man mit der Belichtungszeit kreative Bilder machen kann, zeigt uns Harry Jumper hier:

526589_457433007662356_1337974106_niso 400 f5,6 55mm 1/4000  (hier wurde mit einer sehr sehr kurzen Belichtungszeit gearbeitet, damit man den Tropfen noch sehen kann.

Ganz anders bei diesem Bild:1265909_538407116231611_368884693_oiso 200 f13 70mm 96sek    hier wurde über eine Minute lang belichtet und deswegen entsteht dieses Farbenspiel durch die Lichter der Autos.

Vielen Dank an Harry Jumper, für die freundliche Genehmigung der Bilder.
Seine Arbeiten findet ihr hier, ein Like ist immer willkommen.