Archiv für den Monat: Dezember 2013

Fotografieren im manuellen Modus lernen Teil 1: Blende

Die Blende ist eine kleine Aneinanderreihung an Lamellen, die kontrolliert wie viel Licht auf den Sensor fällt. Die Blende kann man öffnen (man spricht dann von „fotografieren mit einer offenen Blende“) oder fast schließen zu einem kleinen Loch („fotografieren mit einer kleinen Blende“).
Logischerweise wenn man mit einer weit offenen Blende (f/1.4) fotografiert, fällt mehr Licht auf den Sensor als wenn man mit einer kleinen Blende fotografiert (f/22)

Die Blende wird in f angegeben. (englisch fraction = Bruchteil)

Im Grunde genommen ganz einfach erklärt: Die Blende ist ein Vorhang, je weiter ihr den Vorhang aufmacht (große Blendenöffnung) , desto schneller füllt sich euer Raum mit Licht (kurze Belichtungszeit). Lasst ihr den Vorhang nur einen Spalt offen (kleine Blendenöffnung), so braucht der Raum natürlich länger um sich mit Licht zu füllen (lange Belichtungszeit).
Auch gut vorzustellen mit einem Wasserglas. Je weiter ihr den Hahn aufdreht, desto schneller füllt sich das Glas mit dem Wasser und umgekehrt.

Wenn ihr quasi ein Foto gemacht habt, dass zu hell wurde, nehmt ihr einfach eine kleinere Blende. Ganz einfach eigentlich, oder?

Mit der Blendenöffnung kann man auch die Schärfentiefe eines Bildes bestimmen.
Viel Schärfentiefe bedeutet, wie der Name schon sagt – es ist viel scharf auf dem Bild.
Wenig Schärfentiefe bedeutet somit, dass relativ wenig scharf ist.

Hier Beispiele zur Veranschaulichung.F1punkt4F2Punkt0Fpunkt4FPunkt8F22 

Als kleine Faustregel habe ich für mich festgestellt, dass wenn ich Personen fotografiere ich immer bewusst darauf achte, dass meine Blende oder auch F-Stop genannt, mindestens immer genauso groß ist bzw auch ein bisschen größer als die Anzahl der Personen im Bild.
Wenn ich zwei Personen am Bild habe, schaue ich also, dass die Blende mindestens auf 2.0 ist. Fotografiere ich 5 Personen, stelle ich die Blende auf mindestens 5.0 usw.
Bei Landschaftsfotos möchte man ja grundsätzlich immer, dass alles scharf ist, deswegen nehmt ihr hier die höchste Blendenzahl.

Entscheidend für solche Fotos ist jedoch auch, mit welchem Objektiv ihr arbeitet.
Mit meinem Standardkit (meistens 18-55mm) war die maximale Blendenöffnung f3,5.
Ich habe dann in dem Fachgeschäft meines Vertrauens mal das Canon 50mm 1.4 ausprobiert und war total begeistert. Für den Anfang hätte aber auch das 50mm 1.8 gereicht, wenn ihr nicht soviel ausgeben wollt.
Ein Vergleichsbericht der beiden Objektive folgt demnächst.
Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich froh bin, gleich das 1.4er genommen zu haben.
Außerdem möchte ich euch hier etwas mitgeben. Solltet ihr noch keine Kamera haben und ihr wollt euch eine DSLR kaufen, so kauft sie euch ohne das Standardobjektiv das meistens dabei ist. (18-55mm). Wenn ihr irgendwann mehr Erfahrung habt, werdet ihr es gar nicht mehr nehmen. Meines ist seit 2 Jahren nun in seiner Verpackung im Kasten.
Wenn ihr stattdessen das 50mm 1.8 nehmt kommt ihr sogar auf den fast selben Preis und habt auch bestimmt mehr Freude damit.

Zusammenfassung:

  • eine kleine Blendenzahl = ein kleiner Bereich wird scharf abgebildet
  • eine große Blendenzahl = ein großer Bereich wird scharf  abgebildet

Die heutige Aufgabe ist, im Modus „Av“ (Canon) bzw. „A“ (Nikon) Zu fotografieren.
Hier stellt ihr lediglich die Größe eurer Blendenöffnung ein und den ISO-Wert (könnt ihr erstmal auch auf AUTO stellen) ein und Belichtungszeit wählt die Kamera automatisch. Probiert ein bisschen herum und lasst eurer Kreativität freien Lauf.
Eure Ergebnisse könnt ihr auf Facebook mit dem Hashtag #fotoskript_blende hochladen und wir können gemeinsam darüber diskutieren. Die Bilder müssen bitte auf öffentlich eingestellt sein, ansonsten sehe ich sie leider nicht.

Viel Spaß und zögert nicht mich bei irgendwelchen Unklarheiten oder natürlich auch Anregungen auf office@fotoskript.com zu kontaktieren.

Nächste Woche gehts mit dem ISO-Wert weiter…

5 Gründe im manuellen Modus zu fotografieren

Wie schon mal erwähnt, habe ich lange im Automatik Modus bzw im Kreativ-Automodus fotografiert.
Gewisse Fotos habe ich super damit hinbekommen, manches aber einfach nie. Oft waren die Bilder unter- oder überbelichtet oder die Bewegungen konnten nicht eingefangen werden.

Hier sind nun 5 Gründe, die auch euch überzeugen werden, nur mehr im manuellen Modus zu knipsen.

  • keine überblitzten Fotos mehr 
    Wenn ihr im Automatik-Modus fotografiert, übernimmt die Kamera sämtliche Einstellungen für Euch. Ist es ihr zu dunkel, klappt sich automatisch der Blitz auf und fügt so mehr Licht hinzu. Leider ist dieses Licht nicht wirklich schmeichelhaft, verursacht ausgebleichte Haut, die Leute schauen irritiert durch das Blinzeln oder die besagten roten Augen sind dann auf dem Bild.Fotografiert ihr jedoch im manuellen Modus könnt ihr alle Einstellungen selbst vornehmen. Ihr könnt die Belichtungszeit, den ISO Wert und die Blendenöffung so regulieren, wie ihr es wollt.  Das klingt anfangs vielleicht ein bisschen befremdlich, aber nach und nach werden wir diese Themen durchgehen.
  • Ihr bestimmt den Mittelpunkt Eures Fotos
    Was ich meine ist, dass nur bestimmte Bereiche eines Bildes scharf sind und somit in den Vordergrund stechen. Ganz wichtig in der Portraitfotografie. Bei Blumen auch sehr interessant, wenn ihr nur den Mittelpunkt der Blüte oder die einzelnen Blätter scharf haben wollt.

    rote blumenFoto mit freundlicher Genehmigung von Beate Grams auch zu finden auf Facebook
    Kameradaten:  Nikon D700; Blende: f8 Belichtungszeit:1/8s  ISO: 400 Lichtwert: -2 Schritte
  • Bokeh
    Was ist denn nun Bokeh schon wieder?
    Ihr bekommt diesen verschwommenen Hintergrund oder auch die kleinen Lichtkreise in eurem „unscharfen“ Hintergrund. Ihr hebt quasi eure Person oder euer Objekt vom Hintergrund ab. Wieviel Bokeh ihr in euren Fotos habt hängt allein von eurer Blendenöffung ab.
  • Lichtmenge kann genau eingestellt werden
    Wenn ihr ein Foto wollt mit einem schönen Hintergrund-Licht, lasst ihr mehr Licht einfallen. Wenn ihr dunkle Silhouetten wollt, die sich vom Hintergrund hervorheben, könnt ihr in euren Einstellungen festlegen dass das Hauptmotiv unterbelichtet ist.Nun der wichtigste Punkt:
  • Kreativ sein
    Das ist eigentlich der größte Spaß. Sachen ausprobieren und unabhängig vom Automatik-Modus sein und immer das Ergebnis erzielen, dass man möchte. Kreativität mit der Belichtungszeit, oder Filtern vor der Linse. Es gibt nichts Schöneres als solche Spielerein. 
IMG_2061_bearbLangzeitbelichtung im Monbachtal von Uwe Hermann
Kameradaten: Canon EOS 700D; f3.5/20s/50mm/ISO100 und ND/Graufilter

Ich hoffe ihr begleitet mich auf diese Reise in der spannenden Welt der Fotografie. Ich lerne wie jeder andere Fotograf auch täglich neues und gebe dies liebend gerne hier an euch weiter.

Wo sollt ihr nun starten? Klickt einfach hier und ihr seht eine Übersicht über alle Bereiche, die bisher schon behandelt wurden.

Eure Karin

Vollformatkamera ein Muss?

Etwas dass mir sehr am Herzen liegt, möchte ich vorab noch an Euch weitergeben:

Bevor wir überhaupt loslegen mit der ganzen Lernerei und den vielen Artikeln, solltet ihr euch keine Gedanken über sündteure Kameras machen.
Ihr müsst keine Vollformatkamera haben um super Bilder zu machen. Ich habe mich früher oft (eher als ich noch im Automatik-Modus fotografiert habe) gefragt, mit welcher Kamera diese Bilder wohl gemacht wurden, denn mit meiner Canon EOS 500D bekomm ich das sicher nicht so hin.
Absoluter Blödsinn. Würden wir uns für Architektur interessieren, würden wir uns auch nicht fragen, mit welcher Bohrmaschine alles zusammengeschraubt wurde. Oder noch einfacher.. ihr seid gut Essen und es schmeckt wirklich extrem lecker. Da denkt ihr bestimmt nicht nach in welcher Pfanne eurer Schnitzel paniert oder in welchem Kochtopf die Kartoffeln gekocht wurden. Es kommt zunächst mal nicht auf das teuerste Equipment an, sondern auf die Technik auch.

Meiner Erfahrung nach hat es sowieso mehr Sinn in teure Objektive zu investieren, als in den Body.
Der Umstieg von meinem 18-55mm Standard-Kit auf das 50mm 1.4 oder 70-300mm war schon ein Wahnsinn. Plötzlich hatte ich auch endlich Bokeh in meinem Bildern bzw. konnte ich mit weniger Tiefenschärfe arbeiten, wie es mir auf den anderen Fotos immer so gut gefiel.

Zunächst solltet ihr mit eurem Wissen an die Grenzen eurer Kamera stoßen und dann könnt ihr später immer noch upgraden.

Wie bereits erwähnt, sämtliche Bilder auf dieser Seite werden mit einer Canon EOS 500D gemacht. Also einem mittlerweile 4 Jahre „alten“ Gerät.

Let’s do it! 

Willkommen

Hallo und willkommen auf Fotoskript.com
Hier findet ihr sämtliche Tipps und Tricks über die digitale Fotografie mit einer Spiegelreflexkamera, Fotografieren als Beruf und seine Hürden und Bloggen an sich.

Warum habe ich mir dieses Thema ausgesucht? Ganz einfach:

Als ich mir meine erste Spiegelreflex-Kamera gekauft hatte, hab ich mich natürlich eingedeckt mit Fachliteratur, damit ich so schnell wie möglich alles verstehe und lerne.

Dass das Ganze jedoch in ziemlichem Fachchinesisch geschrieben ist  – die Autoren wollen ja zeigen, dass sie Ahnung haben – hat mich jedoch zunächst ziemlich abgeschreckt und so blieb ich dann mal ein paar Monate im Automatikmodus und war mit der Qualität am Anfang recht zufrieden. Es ist ja doch ein Unterschied zum iPhone oder der kleinen Kompaktkamera, die in jede Tasche passt.Nachdem ich es aber nie schaffte, dass die Bilder genauso bzw ähnlich von der Qualität her wurden, wie die in den zahlreichen Foren von den anderen Mitgliedern oder im Internet, war mir klar, dass ich vom Automatik-Modus einfach weg und selbst die gewünschten Einstellungen vornehme musste.

Wieder ein Buch ausgegraben und während dem Lesen immer nur den Kopf geschüttelt. Wie sollte ich das nur verstehen.. ISO, Blende, Belichtungszeit… alles in extrem geschwollenen Worten beschrieben und erklärt. Ich hielt mich kurzerhand sogar für zu dumm, war frustriert und hab die Kamera dann auf die Seite gelegt. Keine Sorge, am Anfang ganz normal. Es gibt eine Sorte Mensch, die will alles sofort können und machen & sollte es nicht gleich funktionieren, das Interesse kurzzeitig verlieren. Shame on me – ich gehöre auch zu der Sorte. Geduld bringt Rosen? Meiner Kamera nur ein nettes Plätzchen im Kasten.

Damit ich euch dies nicht passiert, könnt ihr auf dieser Seite alles ganz genau nachlesen in Worten, die jeder versteht.
Ich möchte all das Wissen, dass ich mir angeeignet habe, an euch weitergeben.
Bei Fragen könnt ihr mir gerne jederzeit schreiben: office@fotoskript.com

Anmerkung: Sämtliche Bilder werden mit einer Canon EOS 500D gemacht. Bewusst nicht mit einer Vollformatkamera, da sich diese nicht jeder leisten möchte bzw. kann.

Viel Spaß und Freude hier auf dieser Seite, denn darum soll es ja gehen.